Moin, Moin...  liebe Gäste

Unsere Familienchronik oder
die Entwicklung
der "Villa Seestern"


Damit wir Ihnen unser Haus und unsere Philosophie ein wenig näher bringen können, finden Sie nachfolgend die Familiengeschichte des „Haus Seestern“ und seine Entwicklung.  

Die „Villa Seestern“ wurde ca. 1903 von dem Bauunternehmer Johann Petersen als sein Altenteil gebaut. Er hatte auf die bauliche Entwicklung Kellenhusens einen nachhaltigen Einfluss ausgeübt.
Viele der noch heute stehenden markanten Gebäude hat er bauen lassen.
Somit auch das erste Hotel in Kellenhusen, das „Deutsche Haus“ jetzt „Gertrud-Völker-Haus“ der AWO. Da zu damaliger Zeit so ein umfangreicher Bau Jahre dauerte, baute er für sich und seine Familie die „Villa Seestern“ gleich nebenan.

Es war ursprünglich mit drei halbrunden Giebeln versehen und noch kleiner wie im jetzigen Zustand. Ein Gemälde von der früheren Ansicht, finden Sie im Eingangsbereich zum Frühstücksraum. Es zeigt die Ansicht vom Deich.

Die Urwurzeln unserer Familie sind in Kellenhusen und Dahme zu finden. Mein Großvater stammt aus einer eingefleischten Kellenhusener Fischerfamilie.
In jungen Jahren heuerte er auf großen Segelschiffen an und war oft monatelang nicht zu Hause.
Er erzählte gern von seinen Reisen, an die er sich noch im 90. Lebensjahr erinnern konnte, als wenn es gestern war. So auch die Geschichte von der Umseglung Kap Horns in einer amerikanischen Dreimastbark auf dem Weg von Baltimore nach San Francisco. Damals wollte er auswandern. Nach drei Jahren Seefahrerzeit besuchte er eine Woche lang sein Elternhaus in Kellenhusen. Der Vater war bereits viele Jahre tot. Zu Hause waren zwei Brüder, sie waren Fischer und sorgten für die Mutter. Er hatte seinen Urlaub beendet und war bereits wieder auf dem Weg zum Hamburger Hafen, um anzumustern. Irgendwo in Amerika wollte er „achtern aussegeln“, das heißt einfach an Land bleiben. Einer seiner Brüder war bereits einige Jahre zuvor auf diese Weise „ausgewandert“.
In Hamburg kam ein Telegramm an: seine beiden Brüder in Kellenhusen waren beim Fischen ertrunken. Er kehrte sofort zurück und übernahm ihren Posten, versorgte seine Mutter und fischte.

Meine Großeltern Wilhelm Grell und Adele Hagelstein lernten sich kennen, heirateten 1912 und lebten damals in einem Haus in der Waldstraße bei den Eltern meines Opas.

Schon zwei Jahre später begann der 1. Weltkrieg und mein Großvater Wilhelm musste dem „Ruf des Vaterlandes“ folgen. Er wurde in Kiel eingeschifft und ab ging es an die flandrische Küste. Meine Oma Adele überdauerte diese schlechte Zeit unter den Fittichen ihrer und ihres Mannes Familie.

1916 wurde Opa vom Wehrdienst freigestellt. Er sollte nunmehr seinen Beitrag zur „Volksernährung“ leisten – Fische waren gefragt.  Also fuhr er wieder Tag für Tag hinaus auf See.

Zusätzlich war mein Großvater Wilhelm Grell einer der Mitgründer der ersten Strandkorbvermietungen hier in Kellenhusen. 1925 wurden die ersten fünf Strandkörbe angeschafft.
Es gab nur wenige Gäste, die Zahl steigerte sich jedoch mit den Jahren.

Um die Jahrhundertwende gab es die goldene Zeit der Badeorte und so erwarben 1936  meine Großeltern Wilhelm und Adele Grell dieses Gebäude, damals noch „Villa Seestern“. Die Familie war groß, sie hatten drei Töchter und einen Sohn (meinen Vater Ludwig Grell) und außerdem lebten noch meine Urgroßeltern mit im Haus.

Meine Großeltern gehörten somit zu den Pionieren beim Aufbau Kellenhusens zu einem Fremdenverkehrsort. Seit 1938 wurden einzelne Zimmer an Feriengäste vermietet.  Früher reisten die Gäste mit Bäderschiffen von Travemünde aus an. Diese Schiffe verkehrten an der ostholsteinischen Ostseeküste entlang. Mein Großvater holte die Passagiere aus Grömitz mit seinem Ruderboot ab, brachte sie an den Strand von Kellenhusen und brachte sie schließlich nach dem Urlaub wieder zurück. Aber der Lebensunterhalt wurde zur damaligen Zeit noch mit der Fischerei erwirtschaftet.

Die folgenden Jahre wurde die „Villa Seestern“ familiär weitergeführt. Durch den
2. Weltkrieg waren die Zeiten schwierig, aber man hielt durch.
Aus Kostengründen konnte jedoch danach die ursprüngliche Bausubstanz mit seinen hübschen Giebeln und Gauben nicht erhalten werden. Das Haus wurde sozusagen immer mehr „begradigt“.

Wann übrigens die Umbenennung von „Villa Seestern“ in „Haus Seestern“ erfolgte ist uns nicht bekannt, gern werden wir diese Bezeichnung des Hauses in der nachfolgenden Generation wieder aufnehmen.

Im Jahre 1966 übernahmen meine Eltern Ludwig und Christel Grell das Haus und die Strandkorbvermietung auf Leibrente. Meine Großeltern bekamen Wohnräume im Erdgeschoss und wurden in der Familie versorgt.
Die Fischerei wurde auch von meinem Vater von Anfang an weiterbetrieben und als mein Opa 1963 (im Alter von 81 Jahren!)  endgültig mit der Fischerei aufhörte, hatte er längst einen Nachfolger gefunden der die Familientradition weiterführte.
Beide fuhren seit Jahren auch mit den Gästen zum Segeln hinaus. Es gab einen kleinen Anlegesteg unterhalb unserer Strandkorbvermietung. Auch interessierte „Laienfischer“ unter den Gästen wurden mit zum Netze auslegen oder einholen mitgenommen.

Der „Luxus“ im „Haus Seestern“ beschränkte sich zum damaligen Zeitpunkt auf 4 Etagentoiletten und zwei Etagenduschen für die 16 Gästezimmer. Die Zimmer waren nur mit Waschbecken ausgestattet. Die Einrichtung im ganzen Haus war auf dem Stand der dreißiger Jahre.

Es wurde also Jahr für Jahr renoviert und eigene Duschbäder für jedes Zimmer ausgebaut. Das zeigte sich zum Teil sehr schwierig, da es galt, in jedem Zimmer individuell zu planen. Manchmal wurde ein Teil des Zimmers fürs Bad abgezweigt oder der Platz dafür vom Flur abgenommen. Auch mussten drei Einzelzimmer ganz aufgelöst werden um den Platz für Bäder zu schaffen.

Meine Großeltern verstarben beide Mitte der 70ziger Jahre im Alter von 86 und 92 Jahren.

1995 übernahm ich den Betrieb von meinen Eltern Ludwig und Christel Grell und ein Jahr später mein Mann die Strandkorbvermietung meines Vaters, der plötzlich im 62. Lebensjahr verstorben war. Mein Vater betrieb bis zu seinem Tod die Strandkorbvermietung LG in Strandmitte und übte aktiv seinen Beruf als Fischer in Kellenhusen aus.
Meine jüngere Schwester Monika wurde im selben Jahr zum Studium an der University of Maryland bei Washighton, D.C. zugelassen und wanderte in die USA aus. Dort machte Sie Ihren Abschluss bei der TCU, studierte Managment & Buisiness und arbeitet heute als Vizepräsidentin der Deutschen Bank in Dallas. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter.

Wir hatten Spaß daran uns in den darauf folgenden Jahren im Haus Seestern immer weiter zu entwickeln und dem steigenden Bedarf der Urlaubsgäste gerecht zu werden.

Unsere größte Investition war der Bau der „Strandvilla“ im Winterhalbjahr 2000/2001. Vorher stand hier nur ein kleines Gebäude der Strandkorbvermietung. Es entstand ein Neubau mit Strandkorbvermietung, zwei Ladengeschäften und zwei Ferienwohnungen. Das Haus wird vollständig von einem Stahlbetonkeller getragen. Dieser wurde gewählt, da sich der Grundwasserspiegel  durch die nahe Ostsee ständig bei 1,50 m bewegt.

Weitere Pläne für die nächsten Jahre liegen in der Schublade und wir bemühen uns, uns jedes Jahr wieder ein Stück weiter zu entwickeln. Jedoch geht nicht alles auf einmal, denn leider sind wir kein Hotel mit ganzjähriger Auslastung. Die Saison zieht sich von Ostern bis Ende Oktober hin und dann folgen sozusagen 5 Monate „Pause“, in der sich nur wenige Gäste nach Kellenhusen begeben. Dabei ist es auch im Winterhalbjahr sehr schön hier zum Abschalten und Ausspannen.
Lassen Sie sich den Wind um die Nase wehen, gehen Sie am Meer entlang und horchen Sie dem Wellenschlag und den kreischenden Möwen.
Über Silvester wird von vielen Gästen das „Schnupperangebot zum Jahreswechsel“ angenommen. Die letzten Jahre waren wir über Silvester ausgebucht.

Wir nutzen das Winterhalbjahr für die Mengen an Büroarbeit, die Renovierungen und schließlich den großen Hausputz durch alle Räume. Außerdem haben wir, nach siebenmonatiger 7-Tage-Woche auch etwas Ruhe nötig, um im Frühjahr wieder mit viel Elan in unsere Arbeit zu starten. 

Die nächste Generation steht bereit. Unsere älteste Tochter Anneke (29 Jahre/Hotelfachfrau) hat nach ihrer Ausbildung in verschiedenen Hotels, auch einen Winter lang in der Schweiz, jede Menge Erfahrungen gesammelt. Seit Mai 2011 arbeitet sie in der neuen Mutter-Kind-Klinik in Dahmeshöved als stellvertretende Verwaltungschefin.
Seit Januar wieder mit 25 Stunden, denn am 19.02.16 ist unsere Enkelin Lara Johanna zur Welt gekommen.
Nebenbei unterstützt sie mich hier im Betrieb.

Unsere jüngste Tochter Sina (25 Jahre) hat ihre Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte abgeschlossen. Sie war danach ein Jahr in den USA um englische Sprache an der TCU zu studieren. Im Herbst 2014 hat sie in Bremen ein Studium für Internationales Politikmanagement begonnen, welches noch bis zum Frühjahr 2018 andauert.
Von September bis Dezember 2016 befand sie sich im Auslandssemester in China, was ihr viele neue Erfahrungen brachte. 

Wir wünschen Ihnen liebe Gäste, dass Sie in unserem Haus ihr Herz öffnen können, um die vielen „kleinen Dinge“ zu sehen und wahrnehmen zu können. Viele, viele Stammgäste geben uns Mut und zeigen uns jedes Jahr durch ihre Anerkennung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.  

Wir freuen uns darauf Sie als unsere Gäste begrüßen zu dürfen

Familie Burmeister & Hanßen 
sowie unsere „Zimmerfee“ Frau Gutsche-Herold